Archiv für September 2012

Offener Brief an Verantwortliche der Stadt Wolgast und des Kreises Vorpommern-Greifswald zur Situation der Asylsuchenden

Die Kampagne „Stop it! Rassismus bekämpfen, alle Lager abschaffen“ hat heute einen Offenen Brief an den Kreis Vorpommern-Greifswald, die Wolgaster Stadtvertretung und den Wolgaster Bürgermeister versendet, mit dem sie auf die bedrohliche Situation der Asylsuchenden in der Stadt Wolgast aufmerksam machen, über Neonazistrukturen in Wolgast und Umgebung aufklären und die Verantwortlichen im Kreis und in der Stadt zu einem verantwortungsvollen Handeln im Sinne der Asylsuchenden auffordern will.
Nach Ansicht der Stop_it! Kampagne handelten und handeln die Verantwortlichen der Stadt und des Kreises absolut fahrlässig. Sie ließen einen bewohnten Plattenbau leerziehen, zudem in einem Stadtviertel, in dem sich viele Bewohner_innen in einer prekären sozialen und wirtschaftlichen Situation befinden und die Arbeitslosigkeit hoch ist. Das beförderte die rassistische Stimmung und bot für neonazistsiche Kräfte, wie der NPD und Kameradschaftsstrukturen eine entsprechende Vorlage für deren menschenverachtende Propaganda, die sie u.a. bei einer Kundgebung am 1. Juni 2012 in Wolgast weiter verbreiteten.
Bis jetzt wurde seitens der Kampagne über kein „Notfallplan“ der Stadt erfahren, der über einen Wachdienst, der rund um die Uhr vor Ort ist, hinaus geht.
Wir erwarten von den adressierten Verantwortlichen daher, sich zu unseren Fragen zu positionieren: Was wird dafür unternommen, dass sich Flüchtlinge frei und ohne Angst in Wolgast und Umgebung bewegen können?; Inwiefern wurden Handlungsstrategien für akute Situationen erarbeitet?; Was wird der Propaganda der Nazis vor Ort entgegen gesetzt?; Wie steht der Landkreis zu dezentraler Unterbringung von Asylsuchenden?
Wenn die Stadt untätig bleibt, befürchtet die Kampagne, dass sich das rassistische Klima und die Gefahrenlage für die in Wolgast untergebrachten Flüchtlinge verstärkt und nicht folgenlos bleiben wird.
Der Offene Brief wird bereits von zahlreichen lokalen und bundesweiten Initiativen und Vereinen, sowie Landtags- und Bundestagsabgeordneten unterstützt .

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