Archiv der Kategorie 'Buch und Film'

Veranstaltung am 27.7. in Köln: Dinner, Kneipe und Film – DUVARLAR / MAUERN / WALLS

Erste Veranstaltung im Rahmen der Kampagne „Erinnerst du dich noch an Rostock-Lichtenhagen?“ der Antifa AK Cologne anlässlich des 20. Jahrestags der Pogrome von Rostock-Lichtenhagen und zur Mobilisierung zur Bundesweiten Demo am 25. August 2012.

Gemeinsam soll sich der Film „DUVARLAR / MAUERN / WALLS“ angeschaut und über die Eindrücke von damals aus migrantischer Perspektive sowie den etwaigen Bezügen zu heute diskutiert werden. Der Zeitzeuge Dr. Massimo Perinelli (Kanak Attak, Filmhistoriker an der Universität zu Köln) wird mit einem kurzen Input auf den Film einstimmen. Vorher gibt es Essen für alle (vegan und vegetarisch) und selbstverständlich kühle Getränke zum Soli-Preis.

Bei der Veranstaltung wird auch Tickets und Infos zur Anreise zur bundesweiten Demo geben.

Wann: Freitag, 27.07.2012, doors open ab 18:30 Uhr, Film um 20 Uhr
Wo: LC 36, Ludolf-Camphausen-Straße 36 (Bahnhof West bzw. Hans-Böckler-Platz)

10.000 mal „The truth lies in Rostock“

10.000 mal soll der Film“The truth lies in Rostock“, der 1992 kurz nach den Pogromen in Rostock/Lichtenhagen gedreht wurde, in Form einer DVD an Rostocker Haushalte verteilt werden. Initiiert wurde die Aktion unter anderem von der Rostocker Zeitung „Stadtgespräche“, die über 2.000€ Spenden für das Produzieren der DVDs gesammelt hat. Genaueres gibt es unter www.lichtenhagen-2012.de und in einem Artikel des Neuen Deutschlands.

Publikative.org: Rassismus, Mob und Flächenbrand

Publikative.org, der Nachfolger des NPD-Blogs, veröffentlicht regelmäßig Artikel zu aktuellen politischen Themen. Ein besonderes Augenmerk legt die Seite auf rassistische und faschistische Untriebe in der Bundesrepublik. Zum anstehenden 20. Jahrestag der Pogrome in Rostock Lichtenhagen publizierte Kai Budler vor Kurzem den Beitrag „Rassismus, Mob und Flächenbrand“, der sich thematisch auf den kontinuierlichen Rassismus in der BRD konzentriert. Den empfehlenswerten Artikel findet ihr hier.

Literaturtipp: Politische Brandstiftung

Warum 1992 in Rostock das Ausländerwohnheim in Flammen aufging

Jochen Schmidt gehörte zum ZDF-Team, das damals mit etwa 120 Vietnamesen in einem brennenden Haus eingeschlossen war. Rechtsextremisten und Ausländerfeinde hatten es unter dem Beifall der Umstehenden angezündet. Wer zog damals die Fäden? Der Autor hat jahrelang recherchiert und Material entdeckt, das belegt: Politiker in Bonn, Schwerin und Rostock wollten ein Fanal. Und sie legten geschickt die Brand-Sätze.

Hier eine Rezensionsnotiz der Süddeutschen Zeitung vom 17.09.2002
Zehn Jahre nach dem Anschlag auf das Asylbewerberheim in Rostock-Lichtenhagen legt Jochen Schmidt ein Buch vor, in dem er den Ursachen des Versagen des Staates auf den Grund, berichtet Annette Ramelsberger. Entstanden ist ein Buch, „das durch seine Authentizität besticht“, lobt die Rezensentin. Als Mitarbeiter eines ZDF-Teams war Schmidt mit mehr als hundert Menschen in dem Plattenbau eingeschlossen, der von einem enthemmten Mob belagert und in Brand gesteckt worden war – die Hilfe von Polizei und Feuerwehr ließ unverhältnismäßig lange auf sich warten. Ramelsberger hebt hervor, dass Schmidt akribisch zusammengetragen habe, wie die Verantwortlichen die Situation eskalieren ließen, um sich später aus der Verantwortung zu stehlen. Den letzten Puzzlestein für seine These, soviel Dummheit, Unvermögen und Inkompetenz, wie die Verantwortlichen hier an den Tag gelegt haben, könne kein Zufall sein, fand Schmidt nach Ramelsbergers Einschätzung nicht. „Gott sei Dank nicht, möchte man fast sagen“, fügt die Rezensentin hinzu, „und sich einen Rest von Glauben an einen Staat bewahren, der so grundlegend versagte, dass es für die Betroffenen nach Vorsatz aussehen musste.“

Details:
Edition Ost, Berlin 2002
ISBN 336001040X,
Kartoniert, 220 Seiten, 12,90 EUR