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„Lichtenhagen kommt (nie) wieder“ ?

26. August 2013 // 19:30 Café Median // Rostock

„Lichtenhagen kommt (nie) wieder“ ?
- 21 Jahre nach dem rassistischen Pogrom in Rostock-Lichtenhagen

Hellersdorf_berlin

Tagelang wütete im August 1992 ein gewalttätiger Mob und Neonazis unter dem Beifall Tausender BürgerInnen vor der Zentralen Aufnahmestelle für Flüchtlinge (ZAST) und einem Wohnheim ehemaliger vietnamesischer VertragsarbeiterInnen und steckte die Häuser schließlich in Brand, in denen sich noch etwa Hundert Menschen aufhielten.
Die Polizei und die politisch Verantwortlichen der Kommune, des Landes sowie des Bundes zeigten sich unwillig und unfähig, den tobenden rassistischen Mob aufzuhalten und die Betroffenen zu schützen. Stattdessen verständigten sich CDU/CSU, FDP und SPD noch während des Pogroms über die de facto Abschaffung des Grundrechts auf Asyl.

Bis heute ist die öffentliche Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit dem Pogrom in Rostock, MV aber auch auf Bundesebene marginal und oftmals von linken Zusammenhängen organisiert. Ein festes mahnendes Gedenken in Rostock sucht man immer noch vergebens. Während dessen findet erneut ein gesellschaftlicher Rechtsruck statt: BürgerInnen und Nazis hetzen wieder überall in Deutschland gegen Flüchtlinge, unterstützt durch Medien und eine passive Politik, Flüchtlingslager werden angegriffen. Dabei wird oft mit Sprüchen wie „Lichtenhagen kommt wieder“ oder „Rostock ist nüberall“ gedroht, so geschehen in Güstrow, Wolgast oder Waßmannsdorf (BB).

Die Podiumsdiskussion blickt zurück auf die Gedenkveranstaltungen zum 20. Jahrestag des Pogroms und darauf, was sich seither in Rostock getan hat. Wie kann ein Gedenken zwischen Stümphen und abseits der „großen Jahrestage“ aussehen? Welche Rolle muss und kann dabei die linke Szene spielen? Welche Lehren müssen gerade angesichts der derzeitig zunehmenden rassistischen Hetze gegen Flüchtlinge aus Rostock-Lichtenhagen für eine linke Intervention gezogen werden?

Podiumsgäste sind:

Markus Tervooren (Geschäftsführer VVN-BdA e.V.; Mitorganisator der
Gedenkdemostration zum 20. Jahrestag des Pogroms)
Dirk Stegemann (Aktivist aus Berlin; Unterstützter des Refugee-Protest)
Uljana Petrovic (Antirassistische Initiative Rostock)
Moderation: Antifa Rostock

Nach der Eiche: Zur Diskussion des Gedenkens an Rostock­-Lichtenhagen: Die Natur der Nation

Von deutschen Eichen, heiligen Hainen und ewigen Wäldern
Vortrag von Johannes Zechner (Freie Universität Berlin)
30. April 2013 // Universität Rostock
17.15 Uhr // Ulmenstraße 69 // Raum 018

Im letzten Sommer rief die Pflanzung einer Eiche zum Gedenken an die Ereignisse von Rostock-Lichtenhagen heftige Kritik hervor. Letztendlich wurde der Baum von Unbekannten nach wenigen Tagen gefällt und bis heute kein Ersatz gepflanzt. Stattdessen diskutieren Lokalpolitik und Zivilgesellschaft über angemessene Formen der Erinnerung.

Doch warum hat sich an der Symbolik ‚deutscher Eichen‘ eine Kontroverse entzündet? Eine Veranstaltung des Instituts für Politik- und
Verwaltungswissenschaften der Universität Rostock will dieser Frage in einer Veranstaltung mit Johannes Zechner unter dem Titel ‚Die Natur der Nation. Von deutschen Eichen, heiligen Hainen und ewigen Wäldern 1800-1945′ nachgehen.
Der Historiker forscht an der Freien Universität Berlin über den Wald in der Ideengeschichte des deutschen Nationalismus.
Dessen vorgebliche Prinzipien von Unveränderlichkeit, Unterordnung und Ungleichheit fungierten seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts als Gegenbild zur Gesellschaftsordnung der Französischen Revolution von 1789 mit ihren Werten von Freiheit und Gleichheit. Intellektuelle und Ideologen erklärten den ‚deutschen Wald‘ zur prototypischen Nationalnatur, womit gleichermaßen der Aufstieg der ‚deutschen Eiche‘ und des ‚heiligen Haines‘ zum Symbol eigener Geschichte und Kultur begann.

Der Vortrag geht anhand zahlreicher Quellenbelege zwischen Romantik und Nationalsozialismus der Frage nach, wie Poeten, Philologen, Publizisten und Propagandisten nationale Identität in einer vorgestellten Waldnatur begründen wollten.

Die Veranstaltung des Instituts für Politik- und
Verwaltungswissenschaften der Universität Rostock und von context.
Bausteine für historische und politische Bildung e.V. kann mit
Unterstützung des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des AStA der
Universität Rostock stattfinden.

„break the silence“: neue Termine

20 Jahre nach dem Pogrom in Rostock Lichtenhagen Wir werden es nie vergessen Veranstaltung Bonn Fr 17.8.2012 Limes Bonn Theaterstr 2 20 Uhr Eintritt frei Pogrome und Angriffe auf Flüchtlinge in Bonn, Rhein-Sieg-Kreis und in Rostock Zeitzeugen berichten.
Veranstalter: Antifa Bonn/Rhein-Sieg, ASJ Bonn
http://breakthesilence.blogsport.de/2012/08/16/20-jahre-nach-dem-progrom-in-rostock-lichtenhagen-wir-koennen-es-nicht-vergessen/
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Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen Zeitzeugen Veranstaltung Marburg 21.08 Di 21.08.2012 – 20:30 – Cafe am Grün – Am Grün 28 – 35037 Marburg
Veranstalter: breakthesilence.blogsport.de
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Filmvorführung: The Truth Lies In Rostock Mittwoch 22.08.2012, Kult 41 (Hochstadenring 41) Bonn, 20:00 Uhr
Veranstalter: ASJ Bonn, Gruppe Phoenix
http://asjbonn.blogsport.de/2012/08/13/filmvorfuehrung-the-truht-lies-in-rostock/

20 Jahre nach dem Pogrom von Rostock Lichtenhagen: Ein großes antirassistisches Programm steht am Wochenende 25./26. August in Rostock bevor

Kundgebung, Demonstration, Konzert und World-Café in Rostock

Es beginnt am Samstag um 11 Uhr auf dem Neuen Markt mit der Kundgebung „Das Problem heißt Rassismus“. Es werden Vertreter antirassistischer Initiativen sprechen. Eine große Rolle wird auch die berühmte Tafel spielen, die wenige Wochen nach dem Pogrom von der französischen Gruppe „Söhne und Töchter der deportierten Juden Frankreichs“ um Frau Beate Klarsfeld am Rostocker Rathaus aufgehängt wurde. Die Reaktion der Behörden bestand in der sofortigen Entfernung der Inschrift, der vorübergehenden Festnahme von 43 und längerfristigen Inhaftierung von 3 Beteiligten. Der Text der Tafel lautet:
„In Rostock und anderen deutsche Städten gingen Menschen im August 1992 mit rassistischen Gewalttaten und Brandstiftungen gegen unschuldige Familien, Kinder, Frauen und Männer vor. Wir erinnern an die Millionen Kinder, Frauen und Männer, die, weil als Juden, Sinti und Roma geboren, dem nationalsozialistischen Völkermord zum Opfer fielen. In einer einzigen Nacht unvergeßlichen Grauens wurden am 2.8.1944 die 3000 noch lebenden Menschen im Zigeunerlager Auschwitz-Birkenau durch Gas ermordet. Diese Erfahrungen und historischen Verpflichtungen für das deutsche Volk müssen wachgehalten werden, um zu verhindern, daß sich Gewalt und Menschenverachtung je wiederholen.“

Um 14.00 Uhr beginnt am S-Bahnhof Lütten-Klein die Demonstration „Grenzenlose Solidarität“. Mit Zwischenkundgebungen führt sie zum Sonnenblumenhaus. Wir erinnern daran, dass vor 20 Jahren eine Allianz aus staatlicher Ausländerfeindlichkeit, Medienhetze und Alltagsrassismus zuließ, dass Neonazis und Rassisten Flüchtlinge und Vertragsarbeiter tagelang angriffen.

Die Demonstration geht über in ein antirassistisches Konzert unter dem Motto „Beweg dich für Bewegungsfreiheit“ mit zahlreichen Bands, u.a. „Feine Sahne Fischfilet“.

Am Sonntag um 10.30 Uhr trifft man sich im „Peter-Weiss-Haus, Bad Doberaner Str. 21, zum World-Café mit dem Titel „Lichtenhagen, NSU und alle schauen zu…“ Nach kurzen Inputs werden wir schnell in eine gemeinsame solidarische Diskussion einsteigen. Ziel ist auch eine Vernetzung unserer antirassistischen Aktivitäten und der Austausch über die ganz verschiedenen Lebensrealitäten, die unser Engagement prägen und bestimmen. Wir wollen untersuchen, wie antirassistische Solidarität überhaupt gehen kann – und wo wir an unsere Grenzen stoßen. Es wird für Essen und Getränke gesorgt. Die Veranstaltung wird bis etwa 15 Uhr dauern.

Kommt alle, erzählt es euren Freund_Innen und bringt Fahnen und Transparente mit!

Weitere Infos unter lichtenhagen.blogsport.de

Termine [HRO] Podiumsdiskussion: »Das bisschen Totschlag…?« 20 Jahre Pogrom-Lichtenhagen

Podiumsdiskussion mit “top b3rlin“, “Rassismus tötet!“,
“Stop it ! Rassismus bekämpfen!” und Anderen.
Peter-Weiss-Haus / Doberaner Straße 21
20 Uhr / Donnerstag 16. August / HRO

Rostock-Lichtenhagen 1992: Trauriger Höhepunkt und gleichzeitig Sinnbild einer Gesellschaft im aggressiven Taumel nationaler Kollektivbildung. Organisierte Neonazis und Anwohner_innen greifen die Zentrale Erstaufnahmestelle für Asylbewerber_innen und ein Wohnheim für ehemalige DDR-Vertragsarbeiter_innen aus Vietnam an – unter dem Applaus tausender Zuschauer_innen und angefeuert durch ein von Politik und Medien konstruiertes völkisch-rassistisches Untergangsszenario. Mit der faktischen Abschaffung des Grundrechtes auf Asyl feierte dieses Bündnis von Biedermännern und Brandstiftern seinen Erfolg und legte den Grundstein für stetig restriktivere Regelungen.
Heute ist Deutschland Weltmeister in vielen Disziplinen: der Herzen, des Exports, der Vergangenheitsbewältigung. Die Pogrome der frühen 90er erscheinen als tragische, aber historische Ausfälle. Deutschland 2012 präsentiert sich bunt und weltoffen. Die christlich-abendländische Wertegemeinschaft ist bereit zur Integration aller, die sich an ihre Regeln halten. Und die Überflüssigen sterben weit außerhalb der Sichtweite, an den Grenzen Europas.
Wir wollen mit euch diskutieren, ob Deutschland heute weniger hässlich ist, oder nur anders hässlich. Und wie die Transformationen von Staat, Gesellschaft, Nationalismus und (institutionalisiertem) Rassismus zueinander in Beziehung stehen.

http://kombinat-fortschritt.com/2012/08/09/hro-podiumsdiskussion-%C2%BBdas-bisschen-totschlag%E2%80%A6%C2%AB-20-jahre-pogrom-lichtenhagen/

Hameln – Veranstaltung: “Erinnerst Du Dich noch an Rostock-Lichtenhagen?”

Bus aus Köln zur Demonstration am 25.8. in Rostock

Die ersten Busmeldungen treffen ein: Aus Köln wird ein Bus zur Demonstration am 25. August in Rostock fahren.

Ti­cketpreis: 20 Euro | 30 Euro (So­li-​Preis)

Tickets gibt es täglich von Dienstag bis Freitag im Café des SSK Salierring (10-13 Uhr & 14:30-18 Uhr) in Köln.

Für die Planungssicherheit wäre es cool, wenn ihr euch möglichst schnell euer Ticket besorgen würdet.

Infos gibts via: antifa-ak-cologne@riseup.net

Wir sehen uns in Rostock Lichtenhagen!

Filmnacht in Rostock: Die Ausschreitungen in Lichtenhagen 1992

Am 3. August 2012 18:00 Uhr startet die Lichtenhagen-Filmnacht im Peter-Weiss-Haus.
- 18:00 Uhr – Film „The truth lies in Rostock“
- 19:30 Uhr – Podimusdiskussion moderiert von Michael Schmidt
- 20:30 Uhr – Film „Wer Gewalt sät… Von Biedermännern und Brandstiftern“
- 21:30 Uhr – offene Diskussionsrunden in Kleingruppen, wer mag auch im Freigarten
- abschließend – Beiträge aktueller Videoprojekte (u.a. vom Institut für Neue Medien)

Für die Moderation konnte Michael Schmidt gewonnen werden, der seit vielen Jahren Redakteur beim Norddeutschen Rundfunk und bestens mit der Thematik vertraut ist.
Im Flur des Peter-Weiss-Hauses ist die Ausstellung „10 Jahre Rostock Lichtenhagen“ von 2002 zu sehen.

Eine Kooperationsveranstaltung von SOBI und Stadtgespräche

Übrigens: Auf dem Webportal www.lichtenhagen-2012.de gibt es weitere Infos zur Veranstaltung und zur geplanten Verteilaktion von ca. 10.000 DVDs mit dem Film „The truth lies in Rostock“. Ihr könnt euch auch dort an einer Onlinediskussion beteiligen.

Im Zuge der Filmnacht verteilen wir den Film „The trues lies in Rostock“ an 10.000 Rostocker Haushalte. Sei gespannt vlt. landet eine Silberscheibe auch in deinem Briefkasten.

Veranstaltung am 27.7. in Köln: Dinner, Kneipe und Film – DUVARLAR / MAUERN / WALLS

Erste Veranstaltung im Rahmen der Kampagne „Erinnerst du dich noch an Rostock-Lichtenhagen?“ der Antifa AK Cologne anlässlich des 20. Jahrestags der Pogrome von Rostock-Lichtenhagen und zur Mobilisierung zur Bundesweiten Demo am 25. August 2012.

Gemeinsam soll sich der Film „DUVARLAR / MAUERN / WALLS“ angeschaut und über die Eindrücke von damals aus migrantischer Perspektive sowie den etwaigen Bezügen zu heute diskutiert werden. Der Zeitzeuge Dr. Massimo Perinelli (Kanak Attak, Filmhistoriker an der Universität zu Köln) wird mit einem kurzen Input auf den Film einstimmen. Vorher gibt es Essen für alle (vegan und vegetarisch) und selbstverständlich kühle Getränke zum Soli-Preis.

Bei der Veranstaltung wird auch Tickets und Infos zur Anreise zur bundesweiten Demo geben.

Wann: Freitag, 27.07.2012, doors open ab 18:30 Uhr, Film um 20 Uhr
Wo: LC 36, Ludolf-Camphausen-Straße 36 (Bahnhof West bzw. Hans-Böckler-Platz)